Alejandro brachte ihn zum Orthopäden. Die Diagnose war einfach, ebenso die Behandlung. Der Arzt erklärte, der Gips würde zwar leichte Beschwerden, normalen Juckreiz und ein paar Tage Schlafstörungen verursachen, aber nichts, was extreme Schmerzen rechtfertigen würde.
Valeria hörte der Erklärung aufmerksam zu. Sie stellte Fragen, hielt Alejandros Jacke fest und streichelte Diego vor den Augen des Arztes über die Haare. Hätte jemand ein Foto gemacht, hätte sie wie eine besorgte Stiefmutter ausgesehen.
Die ersten Tage klagte Diego über Druck. Später sagte er, etwas würde in ihm herumwandern. Alejandro hielt es für Angstzustände. Valeria bestärkte diese Vermutung mit giftiger Geduld und wiederholte immer wieder, der Junge versuche ständig, sie zu trennen.
In der ersten Nacht, in der er schrie, schreckte Alejandro hoch. Er fand Diego weinend auf dem Bett sitzend vor, der mit den Fingern seiner linken Hand versuchte, den Rand des Gipses zu erreichen. Er sagte, er würde gebissen.